2010-09-17

nach Yogyakarta

Jakarta lassen wir nun nach 2 Wochen hinter uns. Es war gut dass wir diesmal nicht ganz so schnell verschwunden sind wie 2003. Die Stadt ist wirklich nicht einfach und wenn man sich mit den Einwohnern und insbesondere mit den Zugezogenen unterhält, sagen alle das gleiche: Am Anfang ist es sehr schwierig aber dann geht besser und man gewöhnt sich an das Strassenbild und die Art und Weise, wie alles abläuft.

Problem dieser Stadt ist sicher die ziemlich fehlende Verkehrs-Planung bz. der Wildwuchs und die sehr hohe Bevölkerungsdichte (3400 Menschen auf km²) . So ist das Leben hier für die normale Bevölkerung ein ziemlicher Kampf und es wird so durchaus auch geschildert. Als Tourist bekommt man aber davon nicht viel mit, hat aber auch Anfangs ein komisches Gefühl. Trotzdem muss man sagen dass es für uns stets sicher wirkte und dass der Kontakt zu den Bewohnern doch vorwiegend nett bis nehr nett war. Man gab sich sehr viel Mühe mit uns.

Jedenfalls war es gut dass wir uns durchgerungen haben zu bleiben und es war eine interessante Erfahrung.

Daten von OpenStreetMap - Veröffentlicht unter CC-BY-SA 2.0
Yogyakarte wurden von allen Leuten, mit denen wir sprachen, als sehenswert beschrieben: 'Die javanesische Kultur sei dort besonders stark'. Mal schauen was das bedeutet, jedenfalls haben wir ein Zimmer in einem kleinen Hotel gemietet dass früher ein Haus eines Aristokraten war, der auf rund 1000 qm lebte. Es liegt inmitten von Reisfeldern in einem Dorf dass für Handwerk und Kunst bekannt ist. Wir sind gespannt wie das wird - aber die Bilder sind sehr verheissungsvoll.

Wir haben uns auch ein Navigationssystem gekauft, dass nicht nur Indonesien (Sumatra, Java und Bali) kann, sondern auch Malaysia, Brunei, Thailand und Singapur. Wir müssen nun schauen ein Auto zu bekommen und dann können wir uns Borobodur und die Vulkane und die Küste ansehen.


Zwischenzeitlich sind wir dann auch wohlbehalten nach einer knappen Flugstunde und ruhigem Flug gelandet und aus dem Flugzeug ausgestiegen und zur Empfangshalle hinübergelaufen. Das ist hier etwas hemdsärmliger als in den großen Flughäfen. Und es ist ganz nett warm und sehr grün. Yogjakarta ist auch eine sehr viel kleinere und beschauliche Stadt.

Das Hotel ist wirklich eine besondere Sache. Im Reiseprosekt würde stehen: Das D'Omah Hotel ist ein verwunschener Ort an dem die Zeit stehen gelieben ist und an dem Sie die reiner Klarheit der jahrtausende alten jawanesischen Kultur auf Körper und Geist wirken lassen können.
Die Empfangshalle wurde übrigens aus ca. 40 Kilometer hierher geschafft und wieder aufgebaut. Vor dem Haus ist dann auch wirklich ein satt grünes Reisfeld:

Überall hat man auf dem Gelände und zwischen den Häuseren kleine Winkel, Oase, Teiche, Skulpuren, etc.
Den Pool haben wir schon ausprobiert und wir haben ihn (zumindest derzeit) für uns alleine. Er ist nicht aus glatten Fliesen, sondern aus dunklen etwas rauen Steinen, was ihn wie einen Bergsee ausehen lassen. Einen warmen...das versteht sich ja von selbst.

Es ist alles mit sehr viel Aufmerksamkeit restauriert und gepflegt und die Zimmer sind wunderschön.

Da die Preise hier absolut im Rahmen sind, haben wir hier auch gegessen und uns dazu an einem Tisch unter einem Pavillion gesetzt. Es war wirklich sehr gut und ein Erlebnis.

Mal sehen wie sich die naheliegenen Moscheen morgen früh bemerkbar machen und das Paradies aktustisch etwas entzaubern.

2010-09-16

Jakarta TMI

Gestern sind wir in den TMI gefahren. Der TMI ist ein Park, in dem Indonesien von der kulturellen Seite dargestellt ist. So ist jeder Landesteil mit einem Haus vertreten, in dem Dinge aus der Gegend ausgestellt werden.

Doch erst einmal zur Hinfahrt. Wir haben beschlossen in zu diesem südlich gelegenen Punkt mit dem Bus zu fahren. In Jakarta gibt es spezielle Buslinen, die auf eigenen Spuren fahren und im Prinzip einem Strassenbahn-Netz sehr ähnlich sind. Sie sind nur von speziellen Plattformen zugänglich und man zahlt einmal 7000 Rupiah (ca 60 cent) Eintritt. Deswegen sind die Türen auch oben.
Es gibt dann Knotenpunkte von denen man in andere Linien umsteigen kann und die oft über Brücken verbunden sind.

In diesem Bild sieht man rechts auch ein Kino und es gibt da indonesische Gruselfilme. Hier das ganze Plakat von vorn:
Von der Endstation sind wir mit einem der uralten Stadttaxis gefahren: Es sind 'Pritschen', die überdacht sind und in denen 7 oder 8 Leute Platz haben. Es geht aber dann etwas eng zu - auch beim Einstieg, der eher ein Lucke ist.
Wir waren sicher auch mehr als eine Stunde unterwegs aber es hat richtig Spass gemacht da die Leute stets freundlich sind und einem gerne helfen bzw. einen ansprechen wenn sie meinen dass wir Hilfe gebrauchen könnten. Wir haben uns auch mittlerweile sehr viel besser an das beindruckende Durcheinander gewöhnt und so fühlt man sich ganz entspannt und kann die Seltsamheit der Transportmittel geniessen.

Der Park (TMI) ist wirklich sehenswert. In der Mitte ist ein großer See in dem Inseln sind, die den gesamten Archipel abibilden. Drumherum sind die Häuser aufgestellt.  Hier ein kleiner Ausschnitt, der im Vordergrund das nachgebildete Sumatra zeigt:
Durch das Ganze führt ein Rundweg (so etwa 5 km). Eine Hochbahn und und Bus umrunden das Areal und in der Mitte ist eine Seilbahn, die das ganze Gelände durchfährt.

Gleich im ersten Haus (Sumatra / Riua) hat uns ein älterer Herr (auch ein Besucher) alles zu der Kultur erklärt. Es war sehr nett und informativ. Am Eingang hatte man uns schon gesagt dass es nicht möglich sei alles an einem Tag zu sehen und wir wussten dann auch warum. Aber es war nicht in jedem Haus so ausführlich, obwohl es oft jemand gab der uns als ausländischen Besuchern was besonderes zeigen wollte (und seien es nur die Bilder eines dt. Missionares im 19. Jahhundert).

Die Häuser sind atemberaubend und allein das Eintrittsgeld wert. Es fällt schwer nur eines herauszusuchen und vorzustellen.

Nach einiger Zeit setze ein kräftiger Regen ein und wir machten das was die Indonesier da sowieso tun. Sie sitzen unter den Häusern (viele stehen auf Stelzen) und essen oder schlafen oder lassen die Kinder spielen. Wir konnten zwar noch einige Häuser weitergehen weil sie nahe bei einander standen aber irgendwo war dann Schluss. Eine nette Familie forderte uns auf uns dazu zu setzen und bot uns Kekse an.


Als der Regen nachließ sind wir noch in den Vogelpark gegangen. Er war ganz nett und es gab einige  schöne Vögel. Aber nix gegen den Vogel-Park auf Bali in dem völlig zahme Papageien und Kakadus an einer Stelle frei herumlaufen und man mit ihnen spielen kann.

Gut gefallen haben wir diese weissen Vögel, die würdevoll durch das Gelände schritten. Manchmal haben sie den Hals ganz lang gemacht und dann ganz komisch mit dem Hals gewackelt während Kopf und Rumpf unbewegt blieben (schwer zu beschreiben).
An einem See gab es auf größere Vögel. Das Bild ist ganz lustig weil es aussieht als ob sich der Vogel wie ein Hund hinter dem Ohr kratzt.

Im Anschluss sind wir mit einem Taxi nach Hause gefahren.

2010-09-15

Padang Küche

Die Tage vergehen so in Jakarta und wir haben uns nun einen Ruck gegeben. Wir werden am Samstag nach Yogyacarta in Zentraljava fliegen anstatt mit dem Auto hinzufahren. Geht nur mit Fahrer (sagen die Vermieter wegen der Versicherung). Die Preise sind zwar echt in Ordnung und wenn wir nur die rund 500 km dahin fahren wollen würden, wäre es gut. Aber wir wollten dabei die Gegend erkundigen und es in 3 Etappen machen und da wir uns durchaus 3-7 Mal umentscheiden ist ein Fahrer eher hinderlich.
Also nehmen wir uns dort ein Auto und schauen uns Zentral- und Ost-Java an.

Wir haben was ganz Witziges ausprobiert. Ein Restaurant dass Essen aus Pedang macht (West Sumatra wenn ich mich recht erinnere). Es wurde uns mehrfach empfohlen und nun sind wir in so ein Restaurant hineingegangen. Man erkennt sie an den vielen versetzt aufeinandergestapelten Schüsseln mit Inhalt.

Und es war so wie man es uns beschrieben hatte. Kaum dass wir sassen stand jeweils 1 großer Teller mit Reis und 2 kleiner Ersatzteller mit Reis auf dem Tisch und ein heisses Getränk. Dann folgten die Schüsseln bis der Tisch voll war. Was dan nicht mehr passte wurde wie im Schaufenster auf andere Schüsseln gestellt: Gurken, Rindfleisch, div. Hünchengerichte, Soße, Eier, Fisch, etc.

Das Ganze wird dann nach Verbrauch abgerechnet. Also isst man wozu man Lust hat und dann wird der Preis ermittelt. Es hat sehr gut geschmeckt und richtig Spass gemacht.

2010-09-12

Sintflut

Heute sind wir - trotz Feiertag - in ein besonders empfehlenswertes Shoppingcenter gefahren (Mangga Dua Mall). Es waren viele Geschäft zu und wir hatten auch keinen Fotoapparat mit. Das hat sich auch gerächt denn sonst hätten wir Bilder von einem Musikladen machen können, in dem die Leute die ereignislose Zeit genutzt haben, um Musik zu machen. Man verkauft dort aus Singapur importierte Guzheng. 2 Frauen spielten dieses Instrument und dazu 2 Männer hatten eine Instrument, das man Erhu nennt.

Wir stellten uns ganz ungeniert dazu und ein Chinese erklärt uns einiges zu den Instrumenten und der Musik.

Heute wollten wir mal gegenüber essen gehen und etwas länger damit warten. Auch das war ein Fehler, denn um ab ca. 7.00 gab 'Sintflut reloaded - die Fortsetzung'
Peti meinte dazu: Nun wissen wir warum 'alle' hier so gerne in Latschen durch die Gegend laufen.

Wie kommen wir da nun rüber? Schwimmen? Taxi? Gondoliere?

2010-09-11

Sunda Kelepa - der Segelschiffhafen

Neben dem modernen Hafen hat Jakarta noch einen Segelschiffhafen. Ich hatte mir 2003 den in Surabaya (also am östlichen Ende von Java) angesehen. Die Schiffe waren in Surabaya etwas schöner, als die in Jakarta, was aber der ganzen Sache wirklich keinen Abbruch tat.
Es ist ein ganz komisches Gefühl vor diesen großen Holzschiffen zu stehen, die in einer Reihen am Pier festgemacht sind. Ich kann mich noch sehr gut erinnern was ich damals gefühlt habe als ich diese Schiffe sah und diesmal ging es Peti ganz genauso (sie war damals mit unserem Hüpfkäse im Hotel geblieben).

Das Seltsame ist, dann man hier ein klein Wenig mit einer Welt in Verbindung kommt, die ganz fern der unseren ist. Man kann mit einem Flieger viele Punkte der Welt erreichen, aber da wo diese Schiffe hinfahren, kommt man mit den modernen Verkehrsmitteln nicht in den gewohnten Zeiträumen hin. Es ist also das Geheimnisvolle, dass die Schiffe einen erahnen lassen. Und sie sind ganz aus Holz gefertig und trotzdem ganz schön groß.

Blöderweise führten nur Planken auf die Schiffe und so haben wir uns nicht getraut die Einladungen anzunehmen, einige der Schiffe zu besichtigen. Ganz doll ärgerlich, aber vielleicht besser, denn man möchte wirklich nicht in das Hafen'wasser' fallen.
Wir haben uns dann noch ein Museum angesehen. Es war nicht so der Hit, aber sie hatten ein paar schöne Schiffe und Modelle ausgestellt.

Da wo das Schiff herkommt möchte ich mal hin. Glaube ich jedenfalls.

Ich hatte fast den Eindruck dass das Gelände genutzt wurde, um Motorradfahren mit der Familie zu üben. In Indonesien macht man sich weniger über die Sicherheit Gedanken, als darüber wieviel man auf dem kleinen Motorrad transportieren kann. Dazu fällt mir folgendes ein: Auf Bali haben wir gesehen, wie einer mal sogar so einen wirklich dicken Schwertfisch abtransportiert. Ich denke dass der Fisch alleine mehr als 2 Meter groß war.
Im folgenden Bild erkennt man, dass ein ind. Motorrad gut für einen Erwachsenen + 3 Kinder + 1 Lautsprecher ist (links).
Lässt man den Lausprecher weg, gehen 2 Erwachsene und 3 Kinder auf das Gefährt (das rechte Motorrad, aber kaum erkennbar).

Wir sind nun nicht mehr am Nord-Ost-Rand der Stand, sondern leicht nördlich des Zentrums. Die Leute sind hier ganz anders. Es sind vorwiegend Indonesier und kaum chinesisch-stämmige Bewohner. Was uns aufgefallen ist, ist dass man wirklich ganz freundlich und aufmerksam uns gegenüber ist. Wir werden immer wieder gefragt woher wir kommen und man freut sich total wenn wir dann antworten und oft winkt man uns freundlich zu. Wir versuchen auch unseren Wortschatz zu erweitern und benutzen unser Wissen auch, was gut ankommt (Selemat pagi, jumpalagi, usw.).

Manchmal sind die Leute auch ganz rührend und versuchen uns einen Wunsch zu erfüllen. Wir wollen z. Bsp. ein Auto mieten aber der Laden war eigentlich zu (Feiertag nach Ramadhan). Einer der Security-Leute begrüßte uns ganz höflich (dazu nehmen die Indonesier die Hand ihres Gegenübers ganz kurz in beide Hände). Dann lief er los um jemand trotz des Feiertages zu finden, der uns weiterhelfen kann.
Uns Europäern ist es ja komisch wenn man so aufmerksam behandelt wird und man weiss das nicht so recht einzuordnen. Will der was und wen ja - was will er? Aber es ist wirklich jedesmal ganz ohne Hintergedanken. Man sagt 'Hallo' und fragt woher der Fremde kommt und wünscht ihm alles Gute in Indonesien oder empfiehlt vorsichtig zu sein. So ein ähnlich freundliches Verhalten haben wir auch Süd-Malaysia erlebt. Man fühlt sich hier wirklich oft als aufrichtig geschätzer Gast.

Zu der Überlegung nach Zentral-Java zu fahren ist noch die Idee gekommen, mit dem Flugzeug nach Celebes (Sulawesi)  zu fliegen (evt. in die Stadt Makassar). Es gibt dort schöne Strände, ganz frisches Seafood (kann dann Peti essen) und ein sehr schönes Hochplateau.
Wir denken noch ein wenig nach und geniessen das schöne Alila-Hotel. Tolles Frühstücks-Buffet und schöne Zimmer und eine flüsterleise Klimaanlage.

2010-09-10

Merdeka Square und Altstadt

Jakarta ist nun wirklich gähnend leer. Fehlt nur noch dass solche Dinger wie in den Westernfilmen durch die Strassen geweht werden. Ich hatte im Vorfeld ja auch keine Ahnung wie der Unterschied sein wird, aber es ist gewaltig. Bis vor 2 Tagen konnte man Strassen nur mit viel Mut überqueren (einen Momen tsuchen wo der Verkehr weniger dicht war und dann einfach in die Lücken laufen....wie bei dem alten Spiel 'Frogger). Nun kann man einmal links und einmal rechts schauend ganz gemütlich über mehrspurige Strassen laufen.

Wir waren in der Rest-Altstadt von Jakarta und es war dort eine sehr ruhige und entspannte Atmosphäre. Ganz lustig waren die Fahrräder, die man mit Hut mieten konnte.
Die Indonesier haben die Räder auch wirklich gemietet und sind kichernd über den Platz geradelt.

Wir sind dann auch von einer Indonesierin gefragt worden ob wir nicht mit ihrer Gruppe ein Bild machen. Wir haben 'ja' gesagt  - und es wurden dann ein paar mehr Bilder. Es haben sich gleich noch andere angeschlossen und es war ziemlich witzig.

Dieser Platz war dann auch die ganze Altstadt und der Rest der Bauten war verkommen. Nur der große weisse Palast war restauriert.

Wir sind dann zum Merdeka-Square gefahren - dem Unabhängigkeits-Platz. Da war ebenfalls eine ganz fröhlich-ausgelassene Stimmung und die Kinder haben Drachen steigen lassen´.

Der Platz wird von einem Momument beherrscht das zeitlich und stilistisch in die Phase passt, in der Indonesien kommunistisch orientiert war.

Auch hier sprach man uns ganz freundlich und freudig an und wollte gerne Fotos machen. In dieser Hinsicht ist Indonesien ganz anders. In Malaysia würde keiner auf diese Idee kommen.

Ich glaube wir hätten auch ein paar Rupiah dafür nehmen können und uns so das Abendessen verdienen können. Kam mir nur so in den Sinn. :)

2010-09-09

Ancol Seaworld

Jakarta macht es einem echt nicht leicht. Irgendwie waren wir die letzten Tage etwas erlahmt. Seit heute morgen hat aber wirklich der Verkehr nachgelassen und das ist ja schon mal was. Die Strassen sind richtig leer geworden und die Atmosphäre ist deutlich entspannter. Zum einen liegt es daran dass viele Indonesier nach Hause gefahren sind, denn ab heute ist das Fasten beendet (Rahmadan). Und das bedeutet zum Anderen: wer nicht schon weg ist, feiert. Deswegen sind auch überall kleine Feuerwerke.

Ich kann mich erinnern, dass 2003 Jakarta einen ähnlich unvorteilhaft tiefen Eindruck auf uns gemacht hatte, und wir uns deswegen nach 5 Tagen an das andere Ende von Java verkrümelt haben. In Surabaya war es deutlich besser und wir haben damals den Plan, Java zu erkunden, fallen gelassen und sind anschließend nach Bali. Da wir diesmal mehr Zeit haben, haben wir uns dazu durchgerungen, es erst einmal weiter mit Jakarta und dann mit Zentraljava zu versuchen. Sollte es uns gelingen ein Auto zu bekommen, wollen wir in 3 Etappen nach Yogjakarta fahren (erst an der Küste und dann zwischen den Vulkanen durch). Klappt das nicht, fliegen wir dahin und versuchen es zum Teil anders herum.

Jetzt wechseln wir aber erst mal das Hotel. Das jetzige liegt doch etwas an der Kante von Jakarta und verursacht immer endlose Taxifahrten.

Wir waren aber heute erst einmal in Ancol, einem Vergnügungspark an der Küste mit einem großem Aquarium. Das besondere an Seaworld ist ein langer, mehrfach gewundener Tunnel durch ein enorm großes Becken. Leider sind die Bilder nur so lala geworden.

Neben diesem großen Becken gab es auch kleinere Aquarien:


Man hatte auch an Streichelbecken gedacht, u.a. mit kleinen Schwarzspitzen-Haien, Schildkröten und Rochen. Die Rochen waren ganz witzig, denn sie schoben ihren Kopf oft ein ganzes Stück aus dem Wasser und schauten die Besucher an.

Nach einiger Zeit sammelten sich alle Leute  an der Glasscheibe zu dem großen Becken und mit viel Remmi-Demmi wurde die Fütterung durch die Taucher begleitet:


Draussen hat Peti dann noch ihren Lieblingsbaum gefunden:

Morgen steht dann der Umzug in das Alila-Hotel und die Altstadt von Jakarta auf dem Programm.

2010-09-06

Jakarta (2)

Aktuell sind wir etwas sprachlos und wir wissen noch nicht so ganz ob es hier einem gefallen muss.

Ich habe heute den berüchtigten Verkehr von Jakarta mitbekommen und es ist wirklich atemberaubend. Kuala Lumpur ist dagegen ein ausgeräumter Kindergarten. Was sich hier an Blech in die Stadt reinwälzt und am Abend wieder raus ist unbeschreiblich. Und die Spuren werden gut genutzt. 3 Spuren = 5 Autoreihen und die Standspur ist eine Fahrspur. Und ohne mit der Wimper zu zucken drängt man sich in die nächste Spur. Soll der Nachfolgende zusehen wir er mit dem Spurwechsel klarkommt. Ab und an hört man ein verzweifeltes kurzes 'MÖÖB' zu so einer Aktion. Aber es ist die Regel dass in dichtem Verkehr so gefahren wird.

Die Leute sind in der Regel ausgenommen nett zu uns und man wird nicht genötigt was zu kaufen, wenn man sich was anschaut. Gestern hat Peti in einem Footcourt 3 junge Indonesier mit ihrer Bestellung völlig aus der Bahn geworfen. Die konnten kein Englisch, was ja schon mal verunsichert. Dann hat einer von denen die Bezahlkarte mit einer anderen vertauscht (man lädt das Geld auf so eine Chipkarte und bezahlt an den Ständen).
Dann wurde irgendwie falsch abgebucht und weiter Pannen passierten und die Stimmung wurde immer ausgelassener und jeder hat sich mal an der Aktion versucht. Zum Schluss haben alle vor Lachen fast auf dem Boden gelegen und wir hatten eine gute Unterhaltung.

Den Tee gab es dann noch. :)

2010-09-04

Jakarta

Daten von OpenStreetMap - Veröffentlicht unter CC-BY-SA 2.0
Gestern sind wir nach Indonesien geflogen. Der Flug hat 2 Stunden gedauert und war ohne besondere Vorkommnisse (was ja für einen Flug das Optimium ist). Es gab aber drumher einige 'kleinere' Probleme über die später mal berichten werde - wenn die innere europäische Verärgerung der asiatischen Gelassenheit gewichen ist.

Wir sind hier sehr nett von dem Chef von ELO ASIA empfangen worden. Er hat uns freundlicherweise vom Flughafen abgeholt und wir sind dann mit seiner Frau in einem indonesischen Restaurant Essen gewesen.
Seine Frau hat einige Gerichte bestellt und die Auswahl war sehr gut. Petra hat einen frittierten Fisch gegessen und war hin und weg.

Nun schauen wir mal wie wir uns hier zurecht finden und entscheiden dann wie und wann und wohin es weitergeht.

Witzigerweise ist Jakarta östlich von Kuala Lumpur aber eine Zeitzone 'westlich'. Wenn es in Kuala Lumpur 7.00 Uhr ist, ist es hier 6.00 Uhr. Man würde eher 8:00 Uhr erwarten - wenn es schon einen Unterschied geben sollte.

2010-09-03

Berjaya Times Square

Heute war unser letzter Tag in KL und da wir einen kleinen Auftrag aus Deutscland bekommen hatten (ein Sari zu besorgen) sind wir in dieses Einkaufscenter gegangen. Es ist weltweit eines der größten (die Angaben schwanken zwischen 700 und 1000 Geschäften). Es ist dementsprechend ganz schwer die Ausmaße hier in Bildern darzustellen, einerseits in der Höhe, andererseits auch mit den 'Nebenschaupätzen', die alleine den Borsighallen zur Ehre gereichen würden.

Das folgende Bild zeigt die oberen 7 Etagen des größeren 'Turmes':
Ansatzweise kann man hinten den 2. Turm erkennen und dann gibt es noch Etagen und Ausstellungsflächen darunter.

 Links davon hatte man einen ganzen Turm für einen Vergnügungspark genutzt:

Die Geschäfte wiederholen sich Dutzendfach und es geht in erster Linie um Mode.


Überall verteilt gibt es neben den Läden auch Stände auf den Ausstellungsflächen:
Peti hat hier eine witzige Sache beobachtet: Zwischen den Ständen war eine Familie dabei für die jüngste Tochter ein erstes Kopftuch auszusuchen. Die Kleine war (geschätzt) 12 Jahre alt und freudig aufgeregt. Als sie dann das erste Kopftuch aufhatte und sich im Spiegel sah, schlug sie die Hände vor das Gesicht und wollte das Tuch sofort wieder abhaben. Der Vater erklärte ihr dann etwas was sie dann mit Zunge-rausstrecken quittierte. Anderen Länder...gleiche Probleme :)

Es werden aber auch andere Dienstleistungen angeboten, u.a. anderem eine etwas zweifelhafte Methode der Brustvergrößerung. Jedenfalls haben wir den Eindruck gewonnen dass man hier mit Saugglocken an dem Thema arbeitet.


Am Ende des Tages waren wir noch in einem thailändischen Restaurant. Das hier ist TomYam chicken. Es war ganz nett scharf aber ich habe es bis zum letzten Tropfen ausgelöffelt, denn es hat wirklich sehr gut geschmeckt:
Peti hat fried minced chicken gegessen und es war auch ziemlich gut gewürzt:

2010-09-02

(Schmetter)linge

In Kuala Lumpur gibt es einen Schmetterlingspark und den wollten wir besuchen. Den in unmittelbarer Nähe liegenden Vogelpark kannten wir ja schon von unserem Besuch in 2006.

Der Park liegt nicht sehr weit weg vom Anggun-Hotel, aber zu weit zum Laufen. Da auch die Anbindung mit der Bahn diesmal nicht so praktisch war, haben wir uns entschieden, ein Taxi zu nehmen. Zuerst haben wir aber unsere Wäsche in der Jalan Bukit Bintang zu einer Wäscherei gebracht. Hier sind die Preis vergleichsweise hoch (5 RM / Kilo) - es ist halt so wie Berlin-Mitte und mit die belebteste Gegend.

Dann haben wir ein Taxi angehalten. Glücklicherweise war es ein indisch-stämmiger Malaye. Die chinesischen Taxifahrer sind immer irgendwie unfreundlich und manchmal etwas gierig. Das gilt manchmal auch für Geschäfte. Ist der Inhabe ein Chinese ist die Chance recht hoch, dass man abweisend behandelt wird und dass auch mal ein erkennbar hoher Preis aufgerufen wird. Ganz anders bei den malayischen und indischen Malayen. Man kann schauen, fragen, probieren und wenn man dann doch geht, wird man freundlich mit Dank verabschiedet. Wenn man dann noch ein paar malayische Worte anbieten kann, verstärkt das die freundliche Athmosphäre sehr.
Man kann das nicht pauschalieren, aber in der Tendenz stimmt es.

Ich hatte ihn dann gefragt ob er in Indien geboren wurde und ab da hatten wir gute Unterhaltung. Er erzählte uns warum er noch nicht in dem Land war, in dem sein Vater geboren wurde und das sei sein ganz wunder Punkt. Aber damals, als sein Vater reiste, gab ihm sein japanischer Arbeitgeber nicht mehr als 2 Wochen frei und 2 Jahre später starb sein Vater.
Seit 1974 hat er jedes Spiel der deutschen Fussballweltmeisterschaft gesehen (ich schätze: jedes Spiel bei einer Weltmeisterschaft) - auch diesmal obwohl es tief in der Nacht war. Aber er sei einer der größten Unterstützer der deutschen Manschaft in Malaysia und ganz eigentlich müsste er deswegen vom DFB einen Mercedes bekommen. So erzählt er jedenfalls hintereinander weg, lachte viel und fragte die eine oder andere Sache. Er erklärt uns auch das die Malayen alle sehr friedlich zusammen leben und es nicht so hart wie in anderen Ländern (USA, Europa, Indonesien) zuginge. Wir konnten das von unserer Warte auch bestätigen wofür er sich mehrmals bedankte. Es war jedenfalls sehr nett und unterhaltsam, was ganz gut war. Die Strassen waren sowas von voll (ganz ungewöhnlich um die Zeit) und so kamen wir nur im Schritt-Tempo vorwärts.

Der Park sehr schön, wenn auch nicht groß. Ich denke ich werde unseren Gärtner bitten sich etwas Mühe zu geben und unseren Garten umzugestalten.

Neben der schönen Parkanlage gab es auch viele Schmetterlinge, die aber gerne in den entfernten Ecken hockten oder flatterten. Mit etwas Geduld und Glück konnte man sie aber fotografieren. Manche waren ziemlich groß und erinnerten beim Fliegen an Vögel, denn sie flogen schnell und hatten einen sehr ähnlichen Flügelschlag (wie der gelb-schwarze).

Und es gab auch viele schöne Pflanzen in dem Park:

Alles in allem nicht ganz billig aber sehr schön. Dann sind wir noch Richtung Merdeka-Square gelaufen, weil dort 2 Tage zuvor die Feierlichkeiten zum 53. Unabhängigkeitstag abgehalten wurden. Viel war davon nicht mehr zu sehen. Aber die schönen Gebäude waren auch so sehenswert. Bei dieser Aufnahme kann man sehr schön das alte und neue Kuala Lumpur erkennen:

Die großen Fahnen hängen zum Unabhängigkeitstag - der hier eine große Bedeutung hat - an vielen Gebäuden. Hinter uns hatte man einen ganze Wand aufgezogen.

Wir machten uns dann auf den Heimweg. Da es ziemlich warm war und wir Hunger hatten, wollten wir ein Taxi nehmen. Ich sagte das Ziel, der Taxifahrer (ein Chinese) meinte: 25 RM und ich wies ihn darauf freundlich hin dass er doch bitte sein Taximeter einschalten sollte (ich denke mit Taximeter wären es 5 RN geworden). Das steht sogar auf jedem Taxi darauf: "feilschen verboten, dieses Taxi hat ein Taximeter". Der Mann hatte dafür kein Verständnis, machte eine unschöne Geste und verschwand im Verkehrsgetümmel.

Es lebe also das Vorurteil! Dazu muss ich aber eines sagen: einer der Hotelangestellten hier ist auch ein Chinese und er ist sowas von aufgeschlossen und nett, wie man es selbst hier selten erlebt. Gleiches gilt auch für die Köchin aus Myanmar. Sie hat sich von Peti und mir erzählen lassen wie das mit dem Mauerfall kam und was die Gründe für die Teilung war.

2010-09-01

Ein ganz anderes Hotel

haben wir in Kuala Lumpur bezogen. Es liegt ziemlich im Zentrum in einer ruhigen Nebenstrasse (nahe Bukit Bintang und nahe dem Low Yat Shoppingcenter mit all den schönen elektronischen Spielzeugen). Die meisten Grundstücke im Zentrum sind von vielgeschossigen Hochhäusern (Hotels, Büros) belegt. Aber einige alte Häuser sind stehen geblieben - so auch in dieser Strasse. Sie sind 4-5 Etagen hoch und in der Regel sehr schmal und nicht immer so ganz ansehnlich.

Ich vermute dass dieses Hotel vor vielleicht 100 Jahren von einem Chinesen gebaut wurde, denn es hat einen Innenhof, der bis ganz nach oben durchgeht. Zur Seite gehen die Zimmer ab. 2008/9 wurde das Haus von oben bis unten saniert und sehr gut restoriert.

Die Zimmer sind zeimlich klein aber sehr schön eingerichtet. Peti ist es etwas unheimlich weil es sie an den Film 'Die rote Laterne' erinnert und sie nicht auch wahnsinnig werden will. Ich versteh sie, denn es ist schon ein wenig geheimnisvoll und verwinkelt hier :)

Jedenfalls ist es eine ganz eigene Athmosphäre und statt einem Frühstücksbuffet gibt es auf dem Dach ein home-made Frühstück. Es ist nicht viel und nichts aussergewöhnliches aber mehr essen wir sowieso nicht und es schmeckt. Besser als die Croissants aus der Zeit der franz. Revolution so mancher Hotels ist es allemale.

Ganz witzig ist, dass in den Zimmern ein 42"-Display steht und ein PC und man kann den  Fernseher für Internet nutzen oder für's Fernsehen. Vom Bett aus und man hat hier aus der Not eine Tugend gemacht. Mehr Platz ist ja nicht. Ansonsten verfügt das Hotel über WiFi und oben kann man sich auf das Dach setzen und unter einem Ventilator und bei nett-unauffälliger Hintergrundmusik  seinen Kram am PC machen. Dazu sind im Boden sogar Steckdosen eingelassen. So haben wir heute morgen und am Abend diese Dachterrasse gut genutzt.

Einer der Hotelangestellten hat mich gestern auch nach Hitler befragt, weil man ja kaum Informationen aus 1. Hand erhalten kann. Er wunderte sich auch dass das die Inder ein Hakenkreuz benutzen und fragte nach der Verbindung. Es war ein interessantes Gespräch.

Und nebenan ist .... das Paradies. Näher hatten wir es noch nie. Zur 2-flügeligen Hoteltür raus, durch den keinen tropischen Vorgarten gehen, dann noch durch die Holztür zur Strasse und dann noch 2 oder 3 Meter nach links und volià: eine Klasse indisches Restaurant.
Es hat ganz einfache Tische und Stühle, ein paar Kochstellen und Schränke und das war es dann auch schon im Großen und Ganzen. Es gibt eine große Auswahl an indischem Brot (Chappati, Naan, Roti, Parotta und was sonst noch alles). Da alles offen ist, kann man zusehen wie die Brote zubereitet werden. Morgen machen wir vll. ein paar Bilder.